Das Toneo-Orchester hat sich 2020 inmitten der kulturellen Corona-Ödnis aus einer Gruppe von Student*innen heraus gegründet, die sich ihrerseits in einem Münchner Studentenorchester kennengelernt haben und das Abenteuer gewagt haben, ihr musikalisches Schicksal selber in die Hand zu nehmen. Das Münchner Repertoire an Orchestern für junge Leute ist zwar nicht völlig leer, aber auch nicht übersättigt für eine Millionenstadt. Passenderweise war auch gerade ein Dirigent mit Orchestergründungserfahrung – Sebastian Gunkel – zur Hand, sodass das Toneo-Projekt schnell konkretere Formen annahm. Unser Ziel: Wir wollen mit jungen und engagierten Laienmusiker*innen gute Musik machen und dabei auch noch Spaß haben! Unter diesem Motto haben wir im Herbst 2020 unsere erste Arbeitsphase mit zwei Probenwochenenden in München und Riederau und einem Konzertwochenende veranstaltet. Mit Mozarts Divertimento KV 136, Nielsens Kleiner Suite und Tschaikowski Streicherserenade haben wir es erstmal ruhig angehen lassen und vergrößern dann das Orchester in zukünftigen Projekten schrittweise bis zur Schostakowitsch-Sinfonie (soweit zumindest der Plan).

Seitdem sind wir, wie ursprünglich vorgesehen, schrittweise größer geworden: Für das erste Projekt mit vollem Sinfonieorchester im Herbst 2021 konnten wir schließlich den aufstrebenden jungen Dirigenten Vitali Alekseenok gewinnen konnten, in München sonst bekannt als Leiter des Abaco-Orchesters. Unter dem Motto “Beethoven und Belarus” wurden in einer Probenwoche auf der Kapfenburg bei Lauchheim die 3. Sinfonie “Eroica” von Beethoven, Mozarts Ouvertüre zu Don Giovanni und drei Orchesterlieder belarusischer KomponistInnen in Uraufführung erarbeitet und erklangen schließlich im Herkulessaal vor knapp 400 ZuhörerInnen.

Im Frühjahr 2022 kehrte dann Sebastian Gunkel zurück für ein Programm aus Brahms’ zweiter Sinfonie, Prokofjews erstem Violinkonzert und Lutoslawskis Kleiner Suite. Louis Vandory, der Solist, beschrieb zwar das erste Konzert in St. Maximilian treffend mit “als würde man in eine Eishöhle kommen”, aber trotzdem war das Projekt ein weiterer großer Erfolg, bei dem das Orchester noch einmal weiter zusammengewachsen ist. Und schließlich gab es ja auch noch ein “warmes” Konzert in Murnau am Staffelsee vor zwar kleinerem, aber umso begeisterten Publikum.